Mittwoch, 10. April 2013

Memories Port Louis 30.03.2013


Ich stehe in den Straßen von Port Louis und sehe mich um. Alles sieht so normal aus. Nichts scheint sich verändert zu haben. Und doch ist etwas anders.
Ich schließe die Augen und erinnere mich. Vor einer Woche war ich hier. Vor einer Woche, die mich verändert hat. Vor meinem inneren Auge sehe ich den Regen. Hart prasselt er auf den Asphalt. Ich sehe das ganze Wasser. Wasser, das die Berge hinab schießt und alles mit reißt. Ich ertrage diese Gedanken nicht.
Vor einer Woche war ich hier. Fröhlich gut gelaunt. Der Regen störte mich nicht.
„Wir sind doch nicht aus Zucker“, sagte ich lachend und lief durch die dicken Pfützen. Meine Flip-Flops waren durchnässt, meine Beine ebenfalls nass. Dicke Regentropfen liefen mir die Stirn herunter. Ich komme aus einer Stadt, in der es viel regnet, also sollte mir das bisschen Regen in Port Louis nichts ausmachen. Dachte ich.
Ich saß in einem Kaffee, trank Cappuccino. Ich weiß es noch genau. Der Regen klatschte unaufhörlich auf die Straßen und die Dächer. Meine Laune war gut, ich lachte, langweilte mich vielleicht etwas, weil ich endlich nach Hause wollte. Aber ich hatte keine Angst, dass etwas passieren könnte.
Erst später dämmerte mir, dass hinter meinem Rücken eine Katastrophe passiert war. Auf den Straßen stand das Wasser hüfthoch. Autos wurden weggeschwemmt. Menschen riefen. Überall das schlammige braune Wasser. Ein reißender Strom. Meine Gedanken fielen übereinander her, zerrissen sich in meinem Kopf. Doch ganz deutlich spürte ich die Angst. „Hoffentlich ist niemandem etwas passiert“, dachte ich. Aber mein mulmiges Gefühl trog mich nicht. Später erfuhr ich durch das Radio, dass Menschen gestorben waren. Ich verstand die Meldung nicht genau, denn mein französisch ist nicht das Beste, aber ich hörte das Wort, das mich verstehen ließ: „Mort.“ Tod.
Ich sah die Straßen vor mir. Überall Wasserpfützen, Schutt und Geröll, Pflanzen zwischen Zäunen hängen geblieben, aufgerissener Asphalt.
Natürlich habe ich schon oft über Katastrophen gehört. Wie so viele andere Menschen auch, ziehen mich solche Meldungen an. Es ist wie bei einem Unfall. Es ist so schrecklich, aber man kann auch nicht weg sehen. So ging es mir. Ich wollte das alles nicht sehen. Die Autos, die sich stapelten, mitgerissen von der Flut, die Menschenmassen, die die Straßen entlang schlichen.
Hinterher sah ich die Videos im Internet. Menschen, die von den reißenden Fluten mitgerissen wurden, Berge hinuntergeschwemmt wurden. Tot. Die überflutete Unterführung. Alleine 6 Menschen ertranken dort. Und ich? Ich saß nur wenige Meter weiter und trank Kaffee.
Ich weiß nicht, was das Schlimmste ist. Bei einer Naturkatastrophe dabei gewesen zu sein oder einfach nichts von allem mitbekommen zu haben. Menschen starben hinter meinem Rücken und ich saß einfach nur da und merkte nichts von allem. Es war doch nur ein bisschen Regen…
Und was wäre gewesen, wenn ich mich entschlossen hätte durch die Unterführung zu gehen? Ein bisschen Schutz vor dem Regen zu suchen? Das Wasser muss so hineingeschossen sein, dass die Menschen darin eingesperrt waren, wie in einer Falle. Das hätte mir auch passieren können.
Meine Hände berühren meinen Hals, ich fühle das goldene Kreuz, das an einer Kette hängt. Ein Geschenk meiner Oma zur Kommunion. War es Gott, der mich gerettet hat? War es Gott, der mich in einem Café festhielt, damit ich das Grauen nicht mit ansehen musste? Ich weiß es nicht.
Wieder sehe ich mich um. Alles scheint so normal. Früher habe ich mich immer gefragt, wie Menschen nach einer Katastrophe einfach weiter machen können. Heute verstehe ich, dass sie einfach weiter machen müssen. Stillstand ist tot.





Montag, 4. Februar 2013

Gelesen & Gehört 2012

2012 war ich etwas lesefaul, das gebe ich gerne zu... Das lag aber nicht zuletzt an meinem Freund. Irgendwie macht man doch lieber was zusammen, als zu lesen. Aber so Leseflauten kommen bei mir schonmal vor, kein Grund zur Sorge ;)

Meine Liste 2012:



Freitag, 25. Januar 2013

Besser spät als nie: Jahresrückblick 2012


2012 zum ersten Mal getan?
Im Straßenverkehr Auto gefahren. Ich bin sogar schon 100 km/h gefahren :D

2012 leider gar nicht getan?
Festival besucht. Schon wieder nicht geschafft.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Mich in den Arsch getreten und meinen Führerschein weiter gemacht

2012 Wort des Jahres?
Liebe

2012 Getränk des Jahres?
Kaffee von Nespresso


2012 Essen des Jahres?
Salat in Pita-Taschen

2012 Song des Jahres?


2012 Buch des Jahres?


2012 Film des Jahres?
Gefährten

2012 Serie des Jahres?
The Tudors

2012 Kosmetik des Jahres?
Handcreme

2012 Accessoire des Jahres?
Labret

2012 Vorhaben des Jahres?
Ausbildung starten

2012 Erkenntnis des Jahres?
Wenn man einfach mit nichts mehr rechnet, dann fliegt einem alles zu.

2012 Beste Idee?
Zu meinem Freund zu ziehen.

2012 Dümmste Idee?
Ach, über dumme Ideen sprechen wir einfach nicht.

2012 war mit einem Wort?
Verzaubert


Mein Jahr fing eigentlich relativ bescheiden an. Der Januar dümpelte so vor sich hin, ich hatte Geburtstag, aber es tat sich nicht viel. Der Februar verlief so ähnlich, ich gab eine tolle Party mit meiner Cousine zusammen, aber mehr ist mir nicht im Kopf geblieben. Im März hat mein damaliger Freund Schluss gemacht, was mich erstmal ziemlich umgehauen hat. Wie das halt so ist in so einer Situation. Ich lernte aber damit umzugehen und im April war ich schon wieder guter Dinge. Im Mai dann lernte ich meinen jetzigen Freund kennen und wir waren von Anfang an so glücklich un verliebt ♥ Den ganzen Juni hatten wir dann zusammen und haben die Anfangszeit in vollen Zügen genossen. Im Juli bin ich dann auch schon bei ihm eingezogen. Gewagt, aber ich hab meine Entscheidung auf keinen Fall bereut! Im August ging es dann nach Dubai und im September ging meine Ausbildung los, die ich aber recht schnell schon wieder abgebrochen hab. Zur gleichen Zeit bestand ich auch meine Theorieprüfung für den Führerschein. Ich glaube der Oktober war recht unspannend, während ich im November meine neue Ausbildung anfing, mit der ich auch unheimlich glücklich bin. Im Dezember dann hab ich mit meinem Freund zusammen die Weihnachtszeit genossen und Ende des Monats haben wir uns dann auf den Weg nach England gemacht, wo wir Silvester verbringen sollten.

Freitagsfüller 25/01/13


Nach langem mal wieder ein Freitagsfüller von Barbara.

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1. Eigentlich habe ich Hunger.
2.  Es ist nichts besonderes an meiner rechten Hand.
3.  Spät am Abend kann man die besten Gespräche führen.
4.  Abwarten und sehen was passiert.
5.  Das Jahr 2012 hat mich ein Stück weit nach vorn gebracht.
6.  Du weisst, dass du alt bist, wenn du dich alt fühlst. 
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Entspannung, morgen habe ich meine Couch holen geplant und Sonntag möchte ich ausschlafen!