Sonntag, 12. Januar 2014

"Was würdest du denn machen..."

"... wenn dein Sohn plötzlich seinen schwulen Freund mit nach Hause bringt?"

"Keine Ahnung. Vielleicht Kaffee?"


Habe ich gerade bei facebook gesehen, von einer lesbischen Bekannten gepostet. Und ich fand es genial.
Ich frage mich nämlich, warum Homosexualität immer noch so... grenzwertig behandelt wird. Ich meine, hallo? Wir leben im 21. Jahrhundert, Homosexualität gibt es schon seit Jahrtausenden! Selbst unter Tieren.
Wie beschränkt muss man denn sein, dass man es als Krankheit ansieht schwul, lesbisch oder bisexuell zu sein?!

Schaut euch vielleicht mal diesen Bericht in der "Zeit" an.
Gerne zitiere ich einen Ausschnitt:
Kinder und Jugendliche dürften bei ihrer Suche nach der sexuellen Identität nicht beeinflusst werden, teilten die katholische und evangelische Kirche mit. "Was in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kontrovers ist, muss nach Überzeugungen der Kirchen auch in Bildungsprozessen kontrovers dargestellt werden", heißt es in der Erklärung. Diese Position der Kirchen werde gegenüber Kultusministerium und anderen staatlichen Stellen "seit Wochen nachdrücklich vertreten".

Weil Wissen über Homosexualität homosexuell macht?!
Was soll das denn bedeuten?
Das hieße doch im Endeffekt, dass auch Heterosexualität nicht gezeigt werden dürfte, da das die Jugendlichen ja auch in ihrer Orientierung beeinflussen könnte, oder?
Was soll denn dieser Mist?
Ich bin wirklich mehr als fassungslos über die Umstände in unserem Land. Gut, in anderen Ländern ist es wesentlich schlimmer, aber dennoch finde ich es schandhaft ein so "modernes" Land, wie Deutschland, hinzustellen und Homosexualität immer noch zu verurteilen.
Für die, die es vielleicht nicht wissen: Homosexuelle Paare haben nämlich NICHT die gleichen Rechte wie Heterosexuelle Paare.

Quelle: wikipedia
   Gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt
   Eingetragene Lebenspartnerschaft anerkannt
   Nicht eingetragene eheähnliche Gemeinschaften anerkannt
   Nicht anerkannt oder unbekannt
   Die Verfassung definiert die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau

Ist DAS modern?

Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!

Überaus mutig finde ich auch das Statement von Thomas Hitzlsperger, der sich vor ein paar Tagen als schwul outete. Gerade im Fußball ist das ja ein sehr... sagen wir umstrittenes Thema.
Toll, dass er so an die Öffentlichkeit geht.
Schade, dass er es überhaupt muss...

Kommentare:

suey ♥ hat gesagt…

Ich hab die Debatte mit Homosexualität im Schulunterricht auch mitbekommen und finde das gerade von der evangelischen Kirche so paradox, weil sie doch letztes Jahr noch in einem Handbuch zur Familie die "Homo-Ehe" als eine Variante der Familie/Ehe anerkannt haben... und dieser Quatsch mit: Kinder sollen nicht beeinflusst werden? Wenn sie den ganzen Tag Zuhause, im Fernsehen, in der Öffentlichkeit und dann in der Schule nur mitbekommen dass nur die Verbindung Mann und Frau "normal" ist, wo ist das denn bitte nicht beeinflusst? Mir tuen die Kinder in der Pubertät Leid, die durch eine Lebenskrise gehen, weil sie keine Ahnung haben das es okay ist, das gleiche Geschlecht zu lieben, nur weil irgendwelche konservativen Sesselpupser das ganze persönlich nicht ganz angenehm ist (s. Merkel) und nicht wollen, dass Kinder, wenn sie wissen dass es okay ist und es diese Alternative gibt, die Alternative wählen. Eine Schande, weil ich dachte wir wären in Deutschland gedanklich weiter.

Katie hat gesagt…

Kann deinen Post und den Kommentar von suey nur unterschreiben. Habe auch schon überlegt ob ich zu dem Thema bloggen soll, aber ich rege mich jedes Mal so dermaßen auf, dass ich mich verzettel und ich will ja keine Hasstirade, sondern einen vernünftigen Artikel schreiben. Aber irgendwann wird das Thema sicher auch den Weg auf meinen Blog finden, weil es mich nunmal auch beschäftigt.